Service

Geschichte


 Auf frühe Siedlungen von Menschen verweisen u.a. die am Wolletzsee gefundenen Mahlsteine (3000 v. d. Z.).
Mit hoher Wahrscheinlichkeit bestand Wolletz bereits vor 1220 als wendische Siedlung.

1313 haben die von Greiffenberg nachweislich dieses Gebiet am Wolletzsee für sich beansprucht.
Wolletz wurde erstmals 1375 im Landbuch des Kaisers Karl IV. in Verbindung mit dem Besitz eines Ritterhofes (curia) des Bertram von Greiffenberg urkundlich als "Woleczke" erwähnt. Es soll zu dieser Zeit bereits eine Kirche im Ort gegeben haben.
Der Ortsname ist wendischen Ursprungs und aus dem Wort Volsko gebildet. Hinter der Silbe "vol" verbirgt sich der Ochse und die Silbe "sko" bedeutet See. Dieser Ortsname ist auf die damaligen örtlichen Gegebenheiten zurückzuführen, denn der wild- und ochsenreiche Wald reichte bis an den Wolletzsee.
Im Laufe der Jahrhunderte gab es noch folgende Namen: 1313 - Wolletzik; 1375 - Woleczke, Woletzeke; 1447 - Wolleczk; um 1495 - Walketz, Wolletzilt; 1540 - Wolletze; Mitte 17. Jh. Wolletz     

1599 - Bau einer Fachwerk-Kirche in Saalform ohne Turm (mit Satteldach und verbretterten Giebeln, die Decke mit sichtbaren Balken, im Westen eine Empore, hinter der Mensa eine einfache Kanzel)

1619 - Familie von Arnsdorff zu Wilsickow ersteigert das Dorf und Gut Wolletz aus dem Besitz der  Herren von Greiffenberg

1654 - Weinanbau am Südhang zum Wolletzsee

1668 - Teile des Arnsdorffschen Besitzes fallen an die  Töchter - verehelichte v. Fronhöfer und v. Pfuhl

1687 - Rittersitz (Gut) ist wüst, von 18 Bauernhöfen sind einer bewohnt, 11 wüst und 6 eingezogen 

1737 - v. Arnsdorff und v. Fronhöfer veräußern den Gutsbesitz an v. Happe (weiter veräußert: 1752 an v. Rammelsberg, 1762 an v. Linger)
1775 - Kirchdorf mit Vorwerk, Schäferei und Ziegelei.

1788 - Frau von Rohr, geb. Linger, erbt das Gut: Beginn der Herrschaft derer von Rohr - Entwicklung des Dorfes und des Ritterguts zu einem Gutsbezirks

1826 - Bau des Jagdschlosses Wolletz unter der Herrschaft des Generalmajors Ludwig von Rohr

1861 - Wolletz ist Gutsbezirk mit 208 Einwohnern

1908 - Schulneubau und Umzug in die neue Schule

 









Jagdschloss


Schule


Gutshaus 

1918 - Lehrer Halle ließ das Lehrerhaus erneuern und richtete 1919 in Wolletz einen Kindergarten ein.
Im September 1920 fuhr er erstmals mit Wolletzer Schülern mit der Eisenbahn nach Chorinchen. Die Eltern waren entsetzt, als sie von dieser gefährlichen Bahnreise hörten! Zu diesem Zeitpunkt hatten fast alle Eltern noch nie eine Bahnfahrt erlebt. Im Frühjahr 1921 verließ dann Lehrer Halle Wolletz.

1923 - Wolletz erhält elektrisches Licht.

1934 - Gut Wolletz wird von Hauptmann a. D. Richard Martinek im Auftrag
          seines Bruders, Anton Martinek, gekauft, der ab 1936 Eigentümer ist.

1936 - Abriss des alten Jagdschlosses und Errichtung des jetzigen
          Gebäudes in neuer Form. Park mit botanischen Raritäten
          wird angelegt.

1945 - Gut Wolletz wird Treuhandbetrieb der Provinzialverwaltung
          von Brandenburg.

Wolletz 1945 - 1947
Die Bodenreform (1945) konnte für das Rittergut Wolletz keine Anwendung finden, da es sich hier um das Eigentum des amerikanischen Staatsbürgers Anton Martinek handelte.
Die Landarbeiter des Gutes Wolletz hatten dafür kein Verständnis. Unterstützt wurden sie durch die in Wolletz wohnenden Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten Schlesien und Ostpreußen. Ende des Jahres 1947 wurde ein Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Verpachtung freigegeben. 32 Landarbeiter und Umsiedler erhielten 5 bis 10 ha Pachtland. Bei dieser Entscheidung wurde es versäumt, die Genehmigung der Landesregierung einzuholen!
Den Pächtern fehlten die notwendigen Voraussetzungen für die Tierhaltung. Es war ihnen nicht gestattet, bauliche Veränderungen vorzunehmen. Das Restgut wurde nicht mehr bewirtschaftet und die übrig geblieben Flächen wurden Brachland.
Durch die unzumutbaren Bedingungen waren die Pächter gezwungen, ab 1951 die Pachtverträge zu kündigen. 1952 wurde die gesamte Fläche wieder Gutseigentum. Als Leiter wurde der ehemalige Kreisrat Paul Ender eingesetzt. Die Buchhaltung übernahm Herr Fritz Breitenbach. Das Gut wurde durch die Gebietsvereinigung volkseigener Güter verwaltet.
Für das Jagdschloß gab es 1947 noch keine geeignete Nutzungskonzeption. Verschiedene Institutionen interessierten sich dafür, waren jedoch nicht bereit, das gesamte Objekt zur Nutzung zu übernehmen.
Erst im Jahr 1950 zeigte der damalige Staatssekretär für Staatssicherheit Zaiser Interesse für dieses Objekt. Er war stark jagdlich interessiert und hatte entdeckt, dass in Wolletz ein relativ guter Wildbestand vorhanden war.

nächste Seite